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Landesberufsschule für Segelmacher 

Berufsschule der Handwerkskammer Lübeck
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 Ein Tag im Windkanal aus der Sicht eines Schülers 

Es war im 7. Block als Herr Garleff an uns herantrat und uns vorschlug im 8. Block nach Kiel zu fahren, um an der Fachhochschule zu Kiel, im Windkanal unsere selbst entworfenen und selbst gebauten Spinnakermodelle nach IMS (International Measurement System) zu testen.

Im Block 8 / erste Unterrichtswoche: Eifriges Basteln und Entwerfen bei den Segelmachern. In der II. Woche Mittwoch sollen mindestens fünf Spinnaker nach den gleichen Kriterien entstehen.

                                     

Eine Woche später: Mittwoch. Endlich ist es so weit. Voller Spannung erwache ich, mache mich fertig (waschen, frühstücken, usw.) treffe mich mit den anderen der Fahrgemeinschaften und trete die Reise an. Die Fachhochschule zu finden ist nicht schwer, die Klasse und das richtige Gebäude dagegen sehr. Wir irrten durch die Strassen des Campus bis wir Herrn Garleff und Herrn Feyerabend fanden. Sie standen am Gebäude neben unserem Parkplatz. Anscheinend waren wir in der Aufregung einfach nur eine viertel Stunde zu früh gewesen. Nachdem die beiden Klassen vollständig waren, betraten wir die heiligen Hallen der Fachhochschule Kiel wo wir im 4. Stockwerk unseren Klassenraum für diesen Tag betraten. Das Unterrichtsschema an diesem Tag war so arrangiert, dass die beiden Klassen zusammen den ganzen Tag von Herrn Feyerabend in Fachmathe unterrichtet wurden (Thema: Schwerpunktberechnung).

  

Der Windkanal ist im Prinzip eine Wind-Terrasse. Auf ebener Fläche befinden sich zwei Triebwerke die den Wind erzeugen. Sie drücken die Luft in einen Schacht der mit Gleichrichtern ausgestattet ist, das sind „Flügel“ die den Wind entgegen der Verwirbellungen des Triebwerkes ausgleichen. So dass die Luftströmung gleichförmiger ist und der Test präzise durchgeführt werden kann. Bevor der Wind über die „Terrasse“ weht, wird er über Twist-Flow-Lamellen in verschiedenen Höhen in verschiedene Richtungen gelenkt.

                                                                                  

Die einzelnen Gruppen zu je einem Spi, begaben sich abwechselnd ruhig und diszipliniert in den Windkanal, wo sie ihren Spi am Modell anbrachten. Es waren maximal sechs Personen, die zeitgleich in einer Gruppe einen Spinnaker testen konnten. Einer von ihnen musste Anweisungen zur Stellung der Segel geben. Wenn alle mit den schon sichtbaren Werten zufrieden waren, wurde der ertrimmte Wert festgehalten und ein neuer Kurs wurde angeschlagen. Es wurden insgesamt Kurse von 180 bis 90 grad scheinbarer Wind abgefahren. Zu jedem Kurs musste selbstverständlich der Spi und das Großsegel passend getrimmt werden.

                                      

Die Leute der Arbeitsgruppe „Windkanal“ waren sehr freundlich und erklärten uns alle wichtigen Parameter ihrer Software, die zur Bemessung der Kräfte notwendig waren. Nachdem alle Werte festgehalten worden sind, wurden diese Werte in verschiedenen Tabellen und Grafiken ausgewertet. Dort wurde uns gezeigt, wie viel Krängung unser Boot zum Beispiel hat, bei den entsprechenden Windeinfallswinkeln. Andere Grafiken sagten aus, wie schnell wir bei welchen Windeinfall sind, und in einer Grafik von allen Spinnakern sah man auch, welcher Spinnaker auf einem bestimmten Kurs besser ist als die anderen. Da kam natürlich ein kleiner Konkurrenzgedanke auf. Interessant war aber, das alle Spinnaker vom Standard-IMS-Spi abwichen.  

                                    

Gegen 17.00 Uhr waren alle Spinnaker getestet und der Matheunterricht zuende. Glücklich und erschöpft traten wir die Heimreise an. Im Internat wartete schon der Chefkoch auf uns um uns das wieder aufgewärmte Mittagessen zu servieren (mmhhhh Spaghetti).

Letztendlich war es ein gelungener und praxisbezogener Projekttag, der uns allen in Sachen Spinnaker weit nach vorne brachte. Ich hoffe, dass es den Jahrgängen nach uns auch vergönnt ist einmal so ein Projekt zu starten.

Es ist eine Bereicherung für das Segelmacherhandwerk.

    

Die Segelmacherklassen Se 04.1 und Se 04.2

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Stand:23.04.2008